Station: Alles oder Nichts?
Was passiert, wenn Menschen um ein öffentlich zugängliches, aber begrenztes Gut konkurrieren?
Die Station „Alles oder Nichts?“ basiert auf dem Simulationsspiel „Fishbanks“, das sich mit der Nutzung von solchen Allmendegütern am Beispiel des Fischfangs befasst. Der oder die Spielende schlüpft mittels eines Avatares in die Rolle einer/eines Fischer*in und geht mit anderen Fischer*innen und ihren Kuttern auf hoher See zum Fischfang. Der oder die Spieler kann angeben, wie viele Tonnen sie fischen möchte aber auch die anderen Fischer*innen fischen Fische. Dadurch werden die Herausforderungen von Allmendegütern gut verdeutlichen. Nur eine begrenzte Zahl an Fischen kann in dem jeweiligen Meer leben und der Bestand braucht Zeit, um sich zu regenerieren. Wenn nun aber Fischkutter um diese Fische konkurrieren, kann der Fokus auf den eigenen, kurzfristigen Vorteil (größerer Gewinn, wenn man mehr Fische fängt) leicht dazu führen, dass das Meer überfischt wird. Der Umgang mit solchen Allmendegütern führt zu einem sozialen Dilemma. Der Zielkonflikt für die Individuen besteht darin, dass sich eigennütziges Handeln kurzfristig auszahlt, aber dem Gemeinwohl schadet. Langfristig ist Handeln für das Gemeinwohl für alle gut, d.h. für jeden Einzelnen und auch für die Natur (denn die Lebensgrundlage und das Ökosystem sind langfristig gesichert).
Im Zielkonflikt zwischen Eigennutz und dem Nutzen für die Allgemeinheit stehen immer wieder Individuen, aber auch Gruppen oder Staaten. Das Spiel soll diesen Konflikt nachvollziehbar und verstehbar machen. Viele globale Herausforderungen im Bereich Nachhaltigkeit wie Klimaschutz, Erhalt der Fischbestände oder saubere Luft führen zu einem solchen sozialen Dilemma und stellen uns vor eine nicht ganz einfache Wahl. Jenseits aller moralischen Haltungen der Beteiligten ist die „Tragik der Allmende“ ein strukturelles Problem: Was kann uns beim Klimaschutz, beim Fischfang oder beim Vermeiden von Schadstoffen veranlassen, das langfristig Richtigere zu tun, wenn wir gleichzeitig die Chance haben, durch egoistisches Verhalten kurzfristig individuell Gewinn zu machen? Diese Station soll mit einem Computerspiel zum Fischfang diese Problematik „erfahrbar“ machen und zur Reflexion über Lösungsansätze anregen. Zudem verdeutlicht das Spiel die Prinzipien ökologischer Nachhaltigkeit.
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