AUSLANDSPROJEKT

Arbeit in Afrika und Lateinamerika

Eine Frau steht an einer Wasserstelle und lacht in die Kamera
Wir nehmen Partnerschaft ernst durch Projekte mit dem Ziel der Hilfe zur Selbsthilfe, langfristige und kontinuierliche Zusammenarbeit mit Projektpartner*innen, Stärkung der Zivilgesellschaft, Förderung des Süd-Süd-Austauschs und regelmäßige Besuche von Delegationen unserer Partner*innen in Bielefeld. Wir führen Projekte durch mit den Zielen: Armutsbekämpfung durch nachhaltige ländliche Entwicklung, verbesserte Lebensbedingungen durch Klimaschutzmaßnahmen und erneuerbare Energien, Verbesserung der Bildungs- und Ausbildungsförderung von Kindern und Jugendlichen, Existenzsicherung für Frauen, Trinkwasserversorgung und Betreuung und Förderung von Straßenkindern und AIDS-Waisen.

Unsere Partnerländer

afrika

Äthiopien

Äthiopien ist eines der ärmsten und mit über 120 Millionen Einwohner*innen auch eins der bevölkerungsreichsten Länder Afrikas. Etwa 80 % der Menschen leben auf dem Lande und die Mehrzahl dieser Menschen lebt von der Landwirtschaft. In der Oromia- Region im Zentrum und Süden des Landes leben die Menschen von einer Mischung aus Ackerbau (Getreide, Hülsenfrüchte, Ensetbanane) und Viehwirtschaft. Daneben bauen vor allem die Frauen etwas Gemüse in Hausnähe an. Frauen sind in Äthiopien in vielerlei Hinsicht benachteiligt und haben weniger Entscheidungsgewalt in Familie und Gesellschaft als Männer. Zusätzlich zur Hausarbeit, die ihnen nahezu allein obliegt, spielen sie eine aktive Rolle in Landwirtschaft und Viehzucht. Die lokale Organisation AKAM fördert Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Oromia.

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lateinamerika

Brasilien

Seit dem 1. Januar 2023 ist Luiz Inácio da Silva (Lula) wieder im Amt als Präsident Brasiliens. Die Zivilgesellschaft hat sich aus der Schockstarre der vier desaströsen Regierungsjahre des rechtsradikalen Jair Bolsonaro langsam wieder gelöst. Mit Lula sind sozialer Fortschritt und wirtschaftliche Stabilität zurückgekehrt. Demokratische Strukturen wurden wieder aufgebaut und verstärkt. Die Lebenssituation der ärmeren Bevölkerung wurde verbessert. Auf die Agenda der Regierung wurde unter anderem die breite Unterstützung kleinbäuerlicher Familien gesetzt. Hier ergeben sich für das Welthaus Bielefeld Anknüpfungspunkte für die Projektzusammenarbeit. Nach Jahren der Umweltzerstörung und der Vernichtung der natürlichen Ressourcen steht heute wieder der Schutz des Amazonaswaldes und die Erhaltung des Cerrado im Fokus.

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afrika

Burundi

Die Gemeinde Nyavyamo besteht aus mehreren Dörfern in der Provinz Bururi, im Süden Burundis. Die Menschen leben von landwirtschaftlicher Produktion, Kleinvieh- und Rinderhaltung für den Eigenverbrauch.
Unser direkter Ansprechpartner bei Projekten ist die regionale Organisation EDHES (Entraide au Développement Humanitaire, Économique et Social). Sie unterstützt die Bevölkerung in allen sozialen Angelegenheiten, bietet Information z. B. zu Hygiene, HIV/AIDS usw. EDHES bearbeitet Vorschläge für die Dorfentwicklung, die ein Komitee aus der Schulleitung, Elternvertretung, Kirchenvertretern und EDHES-Mitgliedern entwickelt. Die Projekte zielen auf eine bessere Infrastruktur für Bildung und Gesundheit. Auch CEPBU ist ein wichtiger Projektpartner.

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lateinamerika

El Salvador

Das Welthaus Bielefeld unterstützt seit den 1980er Jahren die Landbevölkerung El Salvadors. Direkt unterstützen wir die Gemeinschaft in Guarjila beim Wiederaufbau ihres Dorfs seit 1987 – noch während des Bürgerkriegs. In enger Kooperation mit den lokalen Selbstverwaltungsorganen und dank der Spendengelder eines großen Förderkreises sowie öffentlicher Mittel entstanden Wohnhäuser, Werkstätten und soziale Einrichtungen, wurde Land gekauft und biologischer Anbau gefördert.
Diese Unterstützung ist auch heute noch wichtig. Zwar leben mittlerweile alle Familien in festen Häusern und die meisten können von selbst angebaute Produkten leben. Von Jahr zu Jahr gehen mehr Kinder ab dem sechsten Lebensjahr regelmäßig zur Schule. Die Gesundheitsversorgung ist besser als in den meisten ländlichen Gebieten El Salvadors. Diese Erfolge sind nur möglich geworden durch den hohen Grad von Eigeninitiative und Selbstorganisation der Bevölkerung sowie materieller Hilfe von außen. Zurzeit konzentriert sich die Hilfe auf das Gesundheits- und das Rehabilitationszentrum und auf Stipendien zum Besuch von Oberschule und Universität.

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lateinamerika

Guatemala

Das Ende des Bürgerkriegs und die langsamen Demokratisierungsschritte haben bisher wenig zur Entschärfung der sozialen Spannungen beigetragen. Heute ist die Gewalt nicht mehr revolutionär oder konterrevolutionär, sondern geht von kriminellen Banden aus, die mit Entführungen und Drogenhandel die Titelseiten der Zeitungen erobern. Die Mächtigen verteidigen wie eh und je gewaltsam ihre Interessen: landlose Bauern, die sich entschließen, brachliegendes Land zu besetzen, werden vertrieben; Straßenkinder, die angeblich die Sicherheit der Passanten gefährden, werden eingeschüchtert oder gar ermordet. Die durch die Friedensabkommen von 1996 geweckten Hoffnungen auf soziale Gerechtigkeit sind weitgehend verblasst. Soziale Bewegung in Guatemala findet heute im Kleinen statt, dort, wo Angehörige ethnischer Volksgruppen ihre gemeinsame kulturelle Identität stärken, wo arbeitende Kinder ihre Rechte einfordern, wo sich engagierte Frauen zusammenschließen. Das Welthaus Bielefeld unterstützt seit Mitte der neunziger Jahre ein Gemeindeentwicklungsprojekt in dem Dorf Wachalal.

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afrika

Mosambik

Mosambik liegt im Südosten Afrikas und ist neben Angola der einzige portugiesischsprachige Staat in einer ansonsten englischsprachigen Region. Aufgrund des langanhaltenden Kolonialzustands und des im Anschluss ausgebrochenen Bürgerkrieges, der mehrere Jahrzehnte andauerte, steht Mosambik vor vielen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen. Die kürzlich entdeckten Erdgasvorkommen wecken die große Aufmerksamkeit internationaler Investoren und weiterer Staaten, die an einer Förderung interessiert sind. In dem rund 800.000 Quadratkilometer großen Staat werden weitere bedeutende Rohstoffvorkommen vermutet. Allerdings ist es fraglich, inwiefern die wirtschaftliche Entwicklung positive Auswirkungen auf die soziale Entwicklung, vor allem in den ländlichen Regionen, hat.

Bereits während des Bürgerkrieges hat das Welthaus Bielefeld die Arbeit mit Aidswaisen und Aids-Aufklärungsprojekten, häufig in ländlichen Regionen, unterstützt. Derzeit arbeiten wir mit der gemeinnützigen mosambikanischen Nicht-Regierungs-Organisation ACOSADE (Associação comunitária para saúde e desenvolvimento) zusammen, die sich für die Entwicklung und Gesundheitsförderung in lokalen ländlichen Gemeinden einsetzt, um dadurch zur Armutsminderung beizutragen.

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lateinamerika

Nicaragua

Die revolutionären Veränderungen in Nicaragua Ende der siebziger Jahre waren der Ausgangspunkt für die Nicaragua-Solidaritätsarbeit. 1984 übernahm die Stadt Bielefeld eine Patenschaft für die Stadt Estelí im Norden Nicaraguas, die seit 1995 eine offizielle Städtepartnerschaft ist.

Bielefelder Schulen, Kirchengemeinden, Gewerkschafts- und „Dritte Welt-Gruppen“ unterstützten mit großem Engagement die emanzipatorische Entwicklung in Nicaragua. Dies führte zu konkreter Projekthilfe und wird seitdem vom Welthaus Bielefeld koordiniert – der Beginn einer über 40jährigen Verbindung. Auch in der aktuellen gesellschaftspolitischen Krise des Landes stehen wir solidarisch zu den Menschen in Nicaragua.

lateinamerika

Peru

Das südamerikanische Land ist fast viermal so groß wie Deutschland, hat jedoch nur ca. 34 Millionen Einwohner. 1533 wurde der Inkastaat von den spanischen Konquistadoren unterworfen, die die Kultur der Inkas zerstörten und Bodenschätze gnadenlos ausplünderten. Es gab Millionen von Opfern in der indianischen Bevölkerung.

Auch heute fußt das Wirtschaftsmodell immer noch auf dem Export von Rohstoffen und landwirtschaftlichen Produkten. Es bestehen große Gegensätze zwischen arm und reich, die sich vor allem in der Hauptstadt Lima manifestieren. Formal ist das politische System demokratisch, jedoch gibt es zurzeit keine gefestigten politischen Parteien. Vetternwirtschaft und Korruption zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten.

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afrika

Südafrika

Die Gruppe Südliches Afrika wurde 1986 als „Frontstaatengruppe“ gegründet. Frontstaaten hießen damals die Länder im Südlichen Afrika, die einen politischen Zusammenschluss gegen das Apartheidregime in Südafrika bildeten, allen voran Mosambik, Sambia und Simbabwe.
Damals galt es, den Kampf gegen die Apartheid solidarisch zu unterstützen. Auch heute, nach dem Ende der Apartheid, verfolgen wir die Entwicklung der Länder im südlichen Afrika kritisch-solidarisch.

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afrika

Zimbabwe

Zimbabwe, ehemals Südrhodesien, ist seit 1980 unabhängig. Nach Fortschritten vor allem im Bildungs- und Gesundheitswesen erlebt das Land seit 2000 eine politische und wirtschaftliche Krise und zunehmende internationale Isolation.
Zudem trifft der Klimawandel Zimbabwe extrem: Unter den Dürren mit Ernteausfällen leiden besonders die Menschen, die in der informellen und kleinbäuerlichen Wirtschaft um ihren Lebensunterhalt kämpfen – darunter vor allem die Frauen.
Es gibt jedoch immer noch eine lebendige Zivilgesellschaft. Etwa unsere Partnerorganisation ZUBO, die insbesondere die Situation der Frauen durch solidarische Zusammenschlüsse verbessern will. Wir unterstützen ZUBO im Kampf um Frauenrechte.

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Portrait von Kristina Baumkamp
Kontakt

Kristina Baumkamp

Telefon: 0521 / 98648-54
E-Mail: kristina.baumkamp@welthaus.de